Am 9. April 2017 fand im Park der Legenden in Moskau zum 14. Mal das internationale Judo-Turnier für Polizei, Armee und andere Sicherheitskräfte statt. Am Start waren 14 Mannschaften, unter anderem aus Österreich, Weißrussland, Tschechien, Japan, Litauen, Russland, Großbritannien und Deutschland.


Die Teilnehmer für Deutschland waren Christof Strobel (Baden-Württemberg), Timo Prellwitz (Bundespolizei), Sebastian Häfker (Niedersachsen), Marcel Jamet (Bundespolizei) zusammen mit Coach Holk Silbersack (Nordrhein-Westfalen) und Delegationsleiter Johannes Daxbacher (Bayern), die alle als aktive Polizeibeamte ihren Dienst in ihren Bundesländern versehen. In den Gewichtsklassen 66kg, 73kg, 81kg, 90kg und +90kg wurden in spannenden Mannschaftskämpfen Sieger ermittelt.
Die Auslosung bescherte dem deutschen Team die schwierige Gruppe mit Weißrussland und Japan. Im ersten Kampf stand das deutsche Team dem Polizeiteam Weißrussland gegenüber. Es war klar, dass nur ein Sieg uns im Wettbewerb halten konnte, da im nächsten Kampf Japan wartete. Es wurde ein spannender und äußerst knapper Kampf. Nachdem Deutschland nach einem Sieg in der leichtesten Gewichtsklasse 1:0 in Führung gegangen war, stand Christof Strobel einem körperlich starken Gegner gegenüber. Zur Hälfte der Kampfzeit konnte Christof einen Schulterwurf-Ansatz seines Kontrahenten zunächst neutralisieren, dieser setzte jedoch weiter nach und erzielte eine Wertung. Trotz großem Einsatz konnte Christof diesen Rückstand nicht mehr ausgleichen. In der Gewichtsklasse bis 81kg ging Timo Prellwitz hoch konzentriert auf die Tatami. Er beschäftigte seinen Gegner und warf ihn in der Mitte des Kampfes mit einer großen Innensichel auf den Rücken. Diese Führung ließ er sich nicht mehr nehmen und siegte für das deutsche Team. Im nächsten Kampf wollte Sebastian Häfker mit einer starken kämpferischen Leistung überzeugen und den entscheidende Punkt für Deutschland erzwingen. Sein weißrussischer Gegner kämpfte in der gleichen Auslage wie Sebastian und arbeitete mit denselben Techniken. Beide brachten sich mit ihren Ansätzen der großen Außensichel immer wieder in Bedrängnis. Leider gelang es dem Weißrussen, einen starken Angriff in eine Wertung umzusetzen. Sebastian versuchte alles, konnte seinen Gegner aber nicht werfen. Somit stand es 2:2 und der letzte Kampf musste die Entscheidung bringen. Für Deutschland stand Marcel Jamet dem Weißrussen Ryback, einem ehemaligen Vizeweltmeister, gegenüber. Marcel versuchte seinen Gegner mit seinem Griff zu bedrängen. Dies gelang so gut, dass Rybak zwei Verwarnungen erhielt. Mit einer dritten Verwarnung hätte Marcel gewonnen und Deutschland den Sieg eingefahren. Doch der Weißrusse nutzte eine Chance am Mattenrand um Marcel über sich zu werfen und festzuhalten. Der Entstand lautet 2:3 für Weißrussland. Da die Weißrussen im nächsten Kampf Japan unterlagen, war Deutschland damit leider ausgeschieden. Japan gewann das Turnier vor dem russischen Team und dem Team aus Weißrussland. Die deutschen Kämpfer hatten kämpferisch ihr Bestes gegeben. Es gilt nun, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein, mehr Glück bei der Auslosung zu haben, und an einer besseren Platzierung zu arbeiten.
Organisiert wurde dieses hochwertige Judoturnier von Dynamo, dem offiziellen russischen Polizeisportverband, welcher das Pendant zum DPSK (Deutsches Polizeisportkuratorium) und gemeinsamer Partner in der Europäischen Polizeisportorganisation (USPE) ist.
Zeitgleich zu dieser besonderen internationalen Judoveranstaltung hielt auch die EJU (Europäische Judo-Union) die Tagung der „military and police commission“ (mpc). Johannes Daxbacher, Fachwart Judo im DPSK und Mitglied der mpc der EJU als auch des Weltjudoverbandes (IJF), trug u.a. die Idee für eine Mannschaftsmeisterschaft bei der nächsten Polizei-Europameisterschaft (2019 in Ungarn) vor, die unisono unterstützt wurde. Mit dabei war auch der zuständige Fachmann der USPE, Oliver Schürch aus der Schweiz, der mit Johannes Daxbacher den Tagungen und Diskussion zum Thema „Judo und Polizei“ bzw. „Judo für die Polizei“ beitrug. Gemeinsam trugen sie auch die Thematik „Judo als Mittel für eine elegantere Konfliktlösung für Polizeibeamte“ vor und erreichten eine intensive Diskussion zu den „Judo- und Polizei-Werten“.
Ein besonderes Highlight aber auch eine große Ehre war die Einladung zur Kranzniederlegung am Mahnmal der im Dienst getöteten Polizeibeamten. Rigo Klapa, ehemaliger DPSK-Vorsitzender, Oliver Schürch und Johannes Daxbacher nahmen in Uniform gemeinsam mit einem russischen Innenstaatssekretär und weiteren ausländischen Kollegen an dieser würdevollen Gedenkzeremonie teil. Zwischen den Besprechungen, Tagungen und dem Judoturnier wurde die Zeit intensiv für interessante Gespräche unter den Polizeikollegen, die aus acht Nationen vertreten waren, genutzt. „Polizei - Judo“ zeigte wiederum eine starke Verbindung über die Grenzen hinweg, neue polizeiliche Freundschaften wurden geschlossen und bereits bestehende konnten vertieft werden.

Judoverantwortlicher der USPE Oliver Schürch, ehemaliger DPSK-Vorsitzender Rigo Klapa, DPSK-Fachwart Judo Johannes Daxbacher bei der Kranzniederlegung



Mannschaftsbild von links: DPSK-Fachwart Judo Johannes Daxbacher, Trainer Holk Silbersack, Sebastian Häfker, Timo Prellwitz, Christof Strobel, Marcel Jamet, ehemaliger DPSK-Vorsitzender Rigo Klapa


Bericht: PHK Silbersack, PHK Daxbacher
Bilder: Europäische Judo-Union