Auf einer Sondertagung in Hannover hat das Deutsche Polizeisportkuratorium über die Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportförderung informiert.

Jörg Müller, Vorsitzender DPSK, mit Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport beim DOSB

In das Thema führte der DPSK-Vorsitzende Jörg Müller ein. „Die Leistungssportreform des Deutschen Olympischen Sportbundes, die im Dezember 2016 von der Vollversammlung des DOSB verabschiedet wurde, hat nicht nur im deutschen Sport für reichlich Diskussionsstoff gesorgt“, so der Vorsitzende. „Das ist erstmal nichts Außergewöhnliches, denn mit Reformen gehen meistens planvolle Veränderungen bestehender Verhältnisse einher. Da ist es nur natürlich, dass das Konzept unter Sportlern, Funktionären und Experten kontroverse Diskussionen auslöst. Die Zustimmung für dieses Vorhaben überwiegt allerdings, das ist zumindest mein Eindruck, auch weil allen Beteiligten klar ist, dass es ein "Weiter so" nicht geben kann. Klar ist aber auch: Die Reform wird nicht nur Gewinner hervorbringen. Damit aber die über 400 Sportlerinnen und Sportler, die die Polizei bundesweit in Förderprogrammen unterstützt nicht zu Verlierern werden, wollen wir heute über das Thema informieren und die Verantwortungsträger in den Ministerien und die Polizeisportbeauftragten für das gemeinsame Anliegen sensibilisieren“, so sein weiteres Statement.

Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport beim Deutschen Olympischen Sportbund, hat in seinem Vortrag die Hintergründe und den aktuellen Stand des Reformvorhabens vorgestellt und mögliche Auswirkungen auf die Förderprogramme der Polizeien in Bund und der Länder mit den Teilnehmenden diskutiert. Reinhard Rawe, Vorstandsvorsitzender des LandesSportBundes (LSB) Niedersachsen, stellte in einem weiteren Vortrag die Grundlagen der Förderung in Niedersachsen sowie die LSB-Förderziele im Leistungs- und Spitzensport vor. Darüber hinaus ging Herr Rawe auch auf die möglichen Auswirkungen der Reform etwa auf die LSB-Förderkonzeption, das Leistungssportpersonal oder die Aktivitäten der Landesfachverbände ein.

Am zweiten Tag stellte Dr. Christel Bernstein ihre Doktorarbeit und die praktischen Pilotstudien über die „Entwicklung und Evaluation von Sporttrainingsprogrammen zur Förderung der Einsatzfähigkeit von Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten“ vor. In ihrem 60-minütigen Vortrag skizzierte sie viel Wissenswertes zur körperlichen Leistungsfähigkeit und Anforderungen im Polizeiberuf sowie zum Dienstsport. Komplexe Trainingsprogramme sind als Trainingsform für den Dienstsport in der Polizei geeignet, sofern die Ziele eine breite Leistungsfähigkeit und Gesunderhaltung sind, so die Ergebnisse ihrer Studie auf eine Kurzformel gebracht. Neben Vielseitigkeit und Anleitung des Programms spielt die Trainingshäufigkeit eine dominierende Rolle für den Leistungszuwachs. Weiter kann festgehalten werden, dass das Alter in Bezug auch den Trainingsfortschritt keine wesentliche Rolle spielt. Ein regelmäßiges, vielseitiges und angeleitetes körperliches Training ist eine effektive Trainingsform, um den Anforderungen und Belastungen der Polizei gerecht zu werden. Zu der bedarfsangepassten Qualität des Trainings bedingt dessen Häufigkeit den Trainingszustand. Durch das gleichzeitige Trainieren von Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Beweglichkeit in einer Trainingseinheit ergeben sich viele positive Parallelentwicklungen.

Zum Abschluss der Tagung wurde der Entwurf zur Überarbeitung des Leitfaden 290 „Sport in der Polizei“ diskutiert. Der Leiter der Arbeitsgruppe, Thomas Mürder aus Baden-Württemberg, nahm für die abschließende Beratungen in der Arbeitsgruppe Ergänzungen, Anregungen und Ideen aus dem Gremium auf.

Ralf Flohr, Polizeisportbeauftragter Hessen, mit Reinhard Rawe, Vorstand des LSB Niedersachsen

Dr.Christel Bernstein