Maria Selmaier ist 25 Jahre alt und seit 2011 als Leistungssportlerin im Ringen Angehörige der Sportfördergruppe der Thüringer Polizei.
"Hierdurch habe ich die Möglichkeit, den Leistungssport optimal auszuüben und mir gleichzeitig ein festes Standbein als Polizeivollzugsbeamtin aufzubauen. Im Jahr 2016, eineinhalb Jahre nach Beendigung meiner Ausbildung, fanden die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro statt.

Mit der Qualifikation für ein solches sportliches Großereignis ging für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung.

Damit ich mich konzentriert und professionell auf diesen wichtigsten Wettkampf meines Lebens vorbereiten konnte, räumte mir die Thüringer Polizei die Möglichkeit einer fortdauernden Trainingsphase ein. Dank dieser konnte ich die Sportfördergruppe der Thüringer Polizei optimal bei dem größten und aufregendsten Ereignis im Leben eines Sportlers repräsentieren. Nachdem ich diesen sportlichen Höhepunkt gemeistert hatte, war es mein Wunsch, mich beruflich vertiefend zu orientieren und weiterzuentwickeln. So begann ich im September 2016 mein Praktikum in der Kriminalpolizeiinspektion Jena. Die ersten Tage in meinem neuen Arbeitsumfeld waren aufregend und voller Ungewissheit. Zwei Monate verbrachte ich mit der Sachbearbeitung im Bereich „Betrug“. Anschließend folgten vier Monate im Schichtbetrieb des Kriminaldauerdienstes. Die Aufgaben dieses Tätigkeitsbereiches waren natürlich ein großer Unterschied zu meinem „normalen“ Tagesablauf als Sportlerin. Mit der Geduld und der Unterstützung meiner Kollegen jedoch, konnte ich vieles lernen und mein Wissen um einige Fakten und Erfahrungen bereichern. So fiel es mir letztendlich nicht mehr schwer, mich in die neuen Aufgaben einzuarbeiten. Nachdem ich die ersten sechs Monate des Praktikums absolviert hatte, war es mir wichtig und ein großer Wunsch, weiterhin in der Kriminalpolizeiinspektion Jena Dienst zu verrichten. Doch eine Frage blieb. Wie konnte ich Beruf und Sport miteinander vereinbaren? Denn eine Vollzeittätigkeit ist mit dem Leistungssport kaum zu realisieren. So suchten mein Trainer Hartmut Reich, der Olympiastützpunkt Thüringen, das Bildungszentrum der Thüringer Polizei, die KPI Jena und ich gemeinsam nach einer optimalen Lösung. Ende März 2017 fanden wir einen Weg, den Leistungssport mit meinem Beruf zu verbinden. Ich trainiere nun zwei- bis dreimal täglich und arbeite 20 Stunden pro Woche als Polizeivollzugsbeamtin. Diese Option ermöglicht es mir, Leistungssportler zu sein und trotzdem etwas für meine berufliche Weiterentwicklung tun zu können. Ein sehr großer Dank geht hierbei an die Thüringer Polizei, ohne deren Kooperation und Mithilfe dieser Weg für mich nicht realisierbar wäre."