38. Deutsche Polizeimeisterschaft im Schwimmen und Retten 2026 – Höchstleistungen, Rekorde und ein starker gemeinsamer Auftakt in Potsdam

Zwei Schwimmer stehen in Startposition auf ihren Startblöcken am Beckenrand eines Hallenbads. Beide tragen schwarze Ganzkörperanzüge und farbige Badekappen. Hinter ihnen warten weitere Schwimmer am Rand, einige mit Kappen und Brillen, andere oberkörperfrei. Im Hintergrund sitzen und stehen Zuschauer sowie Offizielle. Die Bahnmarkierungen im Wasser sind rot, an der Wand sind die Bahnnnummern „18“ und „19“ sowie eine große gelbe Uhr zu sehen.

von Sascha Büch, Fachwart Schwimmen und Retten

Die 38. Deutschen Polizeimeisterschaft im Schwimmen und Retten fanden am 06. und 07. Juni 2026 in Potsdam statt und boten im Sportbad blu zwei Tage lang Spitzensport auf hohem nationalem Niveau. Mannschaften aus allen 16 Landespolizeien sowie der Bundespolizei trafen sich zu einem sportlichen Kräftemessen, das von außergewöhnlichen Leistungen, zahlreichen Rekorden und einer besonders positiven Atmosphäre geprägt war.

Bereits im Vorfeld der Veranstaltung war die Vorfreude auf dieses sportliche Großereignis spürbar. Bei der Meisterschaft verbinden sich traditionell der Spitzensport, Teamgeist und Einsatzbereitschaft in besonderer Weise. Auch 2026 wurde dieser Anspruch eindrucksvoll erfüllt, sowohl auf sportlicher Ebene als auch beim Rahmenprogramm und in der Begegnung der Delegationen.

Offizieller Auftakt mit besonderem Symbolcharakter

Die feierliche Eröffnung der Meisterschaft markierte zugleich einen wichtigen organisatorischen und personellen Meilenstein, nachdem Hans-Dieter Husfeldt aufgrund unmittelbar bevorstehender Pensionierung sein Amt als Bundesfachwart im Schwimmen und Retten im DPSK nach mehr als 25 Jahre zu Verfügung gestellt hat. Für seine zurückliegende Tätigkeit gilt Hans-Dieter Husfeldt Dank und Anerkennung, verbunden mit den besten Wünschen für seinen (Un)ruhestand. Der neue Bundesfachwart Schwimmen und Retten im DPSK, Sascha Büch, der sein Amt zum 01.01.2026 übernommen hatte, erlebte seine ersten Deutschen Polizeimeisterschaft in dieser Funktion.

Ein besonderer Moment der Zeremonie war die offizielle Übergabe seiner Bestellungsurkunde durch den stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Polizeisportkuratoriums und Landessportbeauftragten des Landes Brandenburg, Mario Rogus. Dieser symbolische Akt unterstrich den offiziellen Charakter der Veranstaltung und setzte zugleich ein Zeichen für Kontinuität und Weiterentwicklung im Fachbereich Schwimmen und Retten.

Der Innenminister des Landes Brandenburg, Dr. Jan Redmann, sprach als Schirmherr der DPM ein Grußwort und hob dabei die Bedeutung des Polizeisports als verbindendes Element der Sicherheitsbehörden und der Bevölkerung hervor, bevor Mario Rogus die 38. Deutsche Polizeimeisterschaft offiziell eröffnete. Die Eröffnung wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie Gästen als würdiger und emotionaler Auftakt eines intensiven Wettkampfwochenendes wahrgenommen.

NRW dominiert die Mannschaftswertung – Bund und Bayern folgen

In der Mannschaftswertung zeigte sich früh eine klare Tendenz. Nordrhein-Westfalen setzte sich mit einer geschlossenen Teamleistung an die Spitze des Gesamtklassements und sicherte sich souverän den Titel des Deutschen Polizeimeisters 2026 in der Mannschaftswertung.

Auf den weiteren Plätzen folgten der Bund sowie Bayern, die ebenfalls mit starken Einzelleistungen und Staffelauftritten überzeugten. Sowohl bei den Staffeln als auch bei den Einzelwettbewerben wurde immer wieder deutlich, wie eng das Leistungsniveau der Spitzenmannschaften inzwischen beieinanderliegt.

Nordrhein-Westfalen profitierte dabei insbesondere von der Breite des Teams und der hohen Konstanz über alle Disziplinen hinweg, von den klassischen Freistilwettbewerben bis hin zu den anspruchsvollen Rettungsmehrkämpfen (RMK).

Herausragende Athletinnen und Athleten – Spitzenleistungen im Fokus

Zu den prägenden Athleten der Meisterschaften zählte Moritz Kemper, der nicht nur als Teil der erfolgreichen NRW-Staffeln überzeugte, sondern auch als bester Schwimmer der gesamten Veranstaltung mit der punktbesten Leistung über 50 m Brust in 00:28,80 min. ausgezeichnet wurde. Seine Leistung stand exemplarisch für die hohe Leistungsdichte innerhalb des NRW-Teams.

Ein sportlicher Höhepunkt war die 3 x 50 m RMK-Staffel der Männer, in der Moritz Kemper gemeinsam mit Philipp Austermann und Henrick Dicke eine herausragende Vorstellung ablieferte. In 1:35,87 Minuten stellte das Trio einen neuen Deutschen Polizeirekord auf und setzte damit eine neue nationale Bestleistung.

Auch bei den Frauen dominierte NRW das Sprintgeschehen. Karolin Kuhlmann wurde zur besten Schwimmerin der Meisterschaften gekürt und bestätigte ihre Ausnahmestellung im nationalen Vergleich eindrucksvoll. Über 100 m Freistil verbesserte sie den Deutschen Polizeirekord auf 58,32 Sekunden, erzielte hiermit die punktbeste Leistung bei den Frauen und setzte damit ein erstes sportliches Ausrufezeichen.

Nur wenig später folgte der nächste Rekord. Über 50 m Schmetterling unterbot sie die bisherige Bestmarke deutlich und stellte mit 27,63 Sekunden einen weiteren Deutschen Polizeirekord auf. Diese doppelte Rekordleistung machte sie zu einer der herausragenden Athletinnen der gesamten Veranstaltung.

Rekordserie des Bundes – Dominanz in den Staffeldisziplinen

Neben den starken NRW-Einzelleistungen prägte insbesondere der Bund die Rekordlisten der Meisterschaft. Gleich mehrere neue Deutsche Polizeirekorde unterstreichen die hohe Qualität der Bundesauswahl in den Staffel- und Rettungsdisziplinen.

In der spektakulären 8 x 50 m Freistil Mixed Staffel gelang dem Bund in einer hochklassig besetzten Formation ein neuer Deutscher Polizeirekord in 3:25,74 Minuten. Zum erfolgreichen Team gehörten unter anderem Oskar Dementiev, Thilo Mordt, Nils Ditscheid, Jano Simon Späth, Marco di Carli sowie Nele Bank, Nadine Lehmann und Jana Trapp.

Auch in den Einzeldisziplinen setzte der Bund Maßstäbe. Oskar Dementiev schwamm über 50 m Schmetterling zunächst im Vorlauf in 24,96 Sekunden einen neuen Deutschen Polizeirekord, den er im Finale nochmals mit einer Zeit von 24,95 Sekunden unterbot und bestätigte damit seine herausragende Sprintform.

Im Rettungsschwimmen setzte sich die Erfolgsserie fort. In der 3 x 50 m RMK-Staffel der Frauen erreichten Jana Trapp, Nele Bank und Julia Zenschner in 1:53,37 Minuten eine neue Bestmarke. Ergänzt wurde dieser Erfolg durch die RMK-Mannschaftswertung der Frauen, in der dasselbe Trio mit 7:43,26 Minuten ebenfalls einen Deutschen Polizeirekord aufstellte.

Diese Ergebnisse unterstreichen die besondere Stärke des Bundes insbesondere in den komplexen Rettungs- und Teamdisziplinen, in denen neben Schwimmleistung auch technische Präzision und taktisches Zusammenspiel entscheidend sind.

Weitere Landesrekorde – starke Breite im gesamten Teilnehmerfeld und mehr als nur sportlicher Wettbewerb

Auch außerhalb der Topteams wurden beeindruckende Leistungen erzielt, welche die sportliche Breite der Meisterschaft verdeutlicht.

Für Schleswig-Holstein setzte Fynn Niclas Mohlfeld über 400 m Freistil in 4:12,65 Minuten einen neuen Deutschen Polizeirekord und zeigte eine starke Ausdauerleistung auf der Langstrecke.

Für Sachsen gelang Johanna Friedrich über 400 m Freistil in 4:43,91 Minuten ebenfalls eine neue nationale Bestmarke, die das Potenzial der mitteldeutschen Auswahl unterstrich.

Bayern rundete die Rekordliste mit einer geschlossenen Teamleistung ab. In der 8 x 50 m Lagen Mixed Staffel schwammen Johanna Roas, Magdalena Sattler, Julia Titze, Leonie Mathe, Jonas Drieling, Emanuel Höfl, Simon Kaci und Lukas Koller in 3:51,68 Minuten einen weiteren Deutschen Polizeirekord und setzten damit ein starkes Zeichen in der Mixed-Staffelkonkurrenz.

Neben den herausragenden Leistungen im Wasser stand während der Meisterschaft vor allem der kollegiale Austausch zwischen den Polizeien des Bundes und der Länder im Mittelpunkt. Die Veranstaltung bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue Verbindungen über Ländergrenzen hinweg zu knüpfen.

Die Deutsche Polizeimeisterschaft im Schwimmen und Retten verdeutlicht alle zwei Jahre die Bedeutung von körperlicher Fitness, Ausdauer und Teamfähigkeit für den Polizeiberuf. Insbesondere die Rettungs- und Staffeldisziplinen zeigen eindrucksvoll die Verbindung zwischen sportlicher Leistungsfähigkeit und Fähigkeiten, die auch im dienstlichen Alltag von großer Bedeutung sind. Die Fähigkeit sich selbst und andere im Wasser sicher zu bewegen, ist ein wesentlicher Bestandteil der Eigensicherung. Das Training und der Wettkampf im Rettungsmehrkampf erfüllen zudem einen wichtigen zentralen polizeilichen Auftrag, nämlich den Schutz von Leben und Gesundheit der Bevölkerung in wasserbezogenen Einsatzlagen.

Rahmenprogramm, Austausch und besondere Atmosphäre

Neben den sportlichen Wettbewerben spielte auch das Rahmenprogramm eine zentrale Rolle für den Erfolg der Meisterschaft. Das ausrichtende Land Brandenburg sorgte für eine reibungslose Organisation, kurze Wege und eine durchweg professionelle Betreuung aller Delegationen.

Ein besonderer Höhepunkt abseits vom Becken war der Länderempfang am ersten Wettkampfabend beim Landessportbund Brandenburg. Dieser bot den idealen Rahmen für fachlichen Austausch, Netzwerkarbeit und persönliche Gespräche zwischen den Delegationen. Empfangen wurde die Länderdelegation im „Haus des Sportes“ von Herrn Andreas Gerlach, dem Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzenden des Landessportbundes Brandenburg. Die Veranstaltung unterstrich die Bedeutung des Polizeisports als verbindendes Element über Länder- und Organisationsgrenzen hinweg.

Bereits im Vorfeld hatten die Teilnehmenden im Rahmen eines kulturellen Kurzprogramms Potsdam und das Schloss Sanssouci kennengelernt. Die Führung und Begleitung durch die Präsidentin der Hochschule der Polizei Brandenburg, Prof. Dr. Heike Wagner, wurde von vielen Beteiligten als besonders herzlich, fachlich fundiert und engagiert beschrieben. Ihre kontinuierliche herzliche und begeisternde Präsenz während der Wettkämpfe in der Schwimmhalle unterstrich die enge Verbindung zwischen Sport, Organisation und Landessportstruktur.

Für zusätzliche emotionale Akzente sorgten das Maskottchen „Willy Welle“, das sich schnell zum Publikumsliebling entwickelte, sowie ein eigens für die Meisterschaft produzierter Song namens „Atemzug“, der innerhalb kürzester Zeit zur Hymne der Veranstaltung wurde und die Stimmung in der Schwimmhalle nachhaltig prägte, genauso, wie es der Refrain beschreibt

 „Wir tauchen ein – kein Halten mehr,

schlag und schlag, wir geben mehr,

Schwimmen Retten, Seite an Seite,

38 – jetzt ist die Zeit!“

Der Song ist unter dem Hyperlink https://cdn.shopify.com/s/files/1/0901/2314/1504/files/Potsdam_Atemzug_1.mp3?v=1780649265 abrufbar (und auch nutzungsrechtlich für alle Wasserfreunde freigegeben 😉).

Fazit – ein Meilenstein für den Deutschen Polizeisport

Die 38. Deutschen Polizeimeisterschaft im Schwimmen und Retten 2026 haben eindrucksvoll gezeigt, auf welch hohem Niveau sich der polizeiliche Schwimmsport in Deutschland bewegt. Zehn neue Deutsche Polizeirekorde, hochklassige Mannschaftsleistungen und zahlreiche persönliche Bestleistungen spiegeln die außergewöhnliche Leistungsdichte wider. Die Leistungsbreite in der Spitze war beeindruckend und spiegelte sich in vielen spannenden Wettkämpfen wider.

Gleichzeitig überzeugte die Veranstaltung durch eine herausragende Organisation, eine offene und kollegiale Atmosphäre sowie ein Rahmenprogramm, das Sport und Begegnung in idealer Weise verband.

Für den neuen Bundesfachwart Schwimmen und Retten im DPSK, Sascha Büch, markierten diese Meisterschaft einen gelungenen und inhaltlich starken Auftakt seiner Amtszeit. Die Veranstaltung in Potsdam setzt damit einen klaren Maßstab für zukünftige Deutsche Polizeimeisterschaften und stärkt nachhaltig die Bedeutung des Schwimm- und Rettungssports im Deutschen Polizeisport.

Sascha Büch, Bundesfachwart Schwimmen und Retten

Neue DPM Rekorde auf einen Blick: