Zweites Gold für Bahnrad-Sprinterin Lea Sophie Friedrich:
Die Polizeimeisteranwärterin siegte bei der Bahn-WM in Berlin im 500-Meter-Zeitfahren der Frauen und holte damit nach dem Sieg im Teamsprint ihren ersten WM-Einzeltitel in der Elite-Klasse






Friedrich setzte sich in 33,121 Sekunden und mit persönlicher Bestzeit vor Jessica Salazar Valles (33,154/Mexiko) und Miriam Vece (33,171/Italien) durch und ist damit die jüngste Weltmeisterin über diese Distanz. "Es ist so unfassbar krass: Deutschland hat nach drei Sprintwettbewerben bei den Frauen drei Goldmedaillen - und das im Olympia-Jahr. Ich bin einfach nur stolz, dass wir das so rocken können", sagte Friedrich. "Ich bin mit einem größeren Gang angefahren. Ich wusste, dass ich ein gutes Durchhaltevermögen habe und damit sehr schnell auf der zweiten Runde bin. Das hat zum Sieg gereicht", sagte Friedrich. "Wir haben hart trainiert. Einen Grund für unsere Stärke kann man nicht sagen. Wir sind einfach so schnell. Aber es ist alles knapp. Die Konkurrenz ist megastark, die fahren alle krasse Zeiten."




"Der Bundestrainer hat eine schwere Entscheidung zu treffen mit uns drei", sagte Friedrich mit Blick auf Olympia, wo nur zwei Fahrerinnen starten dürfen. "Dass dieses Trio so schnell die Lücke schließen konnte, die Vogel und Welte gerissen haben, war phänomenal", bilanzierte der deutsche Sportdirektor Patrick Moster.




Über Leas Erfolg im Zeitfahren sagte Bundestrainer Uibel: "Sie ist konditionell sehr stark, ich muss sie eher manchmal etwas bremsen. Welte und Vogel haben mit ihren Erfolgen den Nachwuchs mitgerissen, darum haben wir jetzt diese Stärke. Das junge Trio Hinze, Grabosch, Friedrich hat sehr schnell den Sprung an die Weltspitze geschafft, aber das darf uns nicht übermütig werden lassen", warnt Uibel vor zu viel Euphorie vor Olympia. "Der Erfolg von Berlin ist gut für das Selbstvertrauen, aber unsere Arbeit ist noch lange nicht beendet."


Frauen gewinnen sensationell Teamsprint-Gold




Das junge Trio jubelte über den ersten WM-Titel in dieser Disziplin seit dem tragischen Unfall von Kristina Vogel im Jahr 2018. Nun scheint sogar der Olympiasieg in Tokio für Lea Friedrich und ihre Teamkolleginnen möglich. Und eine Regeländerung verspricht weitere Erfolge.


"Jede Zeit hat ihre Athleten, ihre Stars. Ich war es vielleicht auch ein paar Jahre. Jetzt kommen neue Champions. Das macht total Spaß. Vielleicht war es auch das Richtige für sie, dass die zwei Alten weg sind und Platz für Neue machen", sagte Vogel nach dem Gold-Coup der jungen deutschen Teamsprinterinnen bei der Heim-WM in Berlin und schoss bei der großen Zusammenkunft der alten und neuen Generation gleich ein paar Selfies. "Die Wachablösung ist so was von geglückt", rief Welte ihren Nachfolgerinnen zu.


Mit dem goldenen Auftakt bei den Titelkämpfen im Velodrom hatte kaum einer gerechnet. Nach dem folgenschweren Trainingsunfall der Rekord-Weltmeisterin Kristina Vogel vor anderthalb Jahren schien die erfolgreiche Ära der deutschen Sprinterinnen abrupt beendet. Doch die nachrückende Generation um Lea Sophie Friedrich, die in der Qualifikation zum Einsatz kam, hat die Lücke bereits schließen können.


Und für die deutschen Teamsprinterinnen kommt es noch besser: Eine Regeländerung des Radsport-Weltverbandes UCI sieht vor, dass ab dem nächsten Jahr im Teamsprint ähnlich wie bei den Männern mit drei statt zwei Athletinnen gefahren wird. "Es gibt nicht viele Länder, die drei so gute Fahrerinnen haben. Vielleicht noch die Niederlande oder Russland, dann hört es fast schon auf", sagte Vogel.