Es war ein Wochenende, dass Bundespolizist Markus Eisenbichler wohl nie vergessen wird. Einen Tag nach seinem grandiosen Sieg auf der Großschanze und den damit verbundenen Weltmeistertitel holt er auch Gold mit der Mannschaft.








Mit einem „bayerischen Urschrei“ feierte Markus Eisenbichler in der Leader-Box seinen WM-Triumph im Einzelspringen von der Großschanze. Die ausgelassene Freude war umso euphorischer, da der Polizeimeister bis dato schon mehrmals nur hauchdünn an einem Weltcup-Sieg vorbeigeflogen war.
Nach dem ersten Sprung von der Bergiselschanze lag „Eisei“ mit 130,5 Metern schon in enger Schlagdistanz knapp hinter dem Führenden Killian Peier aus der Schweiz. Der zweite Durchgang entwickelte sich dann auf der Innsbrucker Schanze zu einem packenden Herzschlagfinale. Der 27-jährige Bundespolizist bewies dabei äußerste Coolness und setzte seinen Kontrahenten mit einem weiten Satz auf 135,5 Meter und einer fast sauberen Telemark-Landung gehörig unter Druck. Der Schweizer zeigte sich von dieser „Hausnummer“ mehr als beeindruckt. Der Eidgenosse ging als Letzter in die Anlaufspur und konnte dann die grün eingeblendete Meter-Markierung zum Sieg nicht überspringen. In der Endabrechnung hatte sich der Polizeimeister mit einem respektablen Vorsprung von zwölf Wertungspunkten die WM-Krone aufgesetzt.
„Ich bin einfach nur glücklich, mir zittern die Knie, ich bin Weltmeister, ich kann es gar nicht fassen“, war der Siegsdorfer sichtlich „aus dem Häuschen“. Jubel herrschte auch bei seinem Bundespolizei Skisprung-Trainer-Duo PHM „Jackie“ Wucher und PM Christian Heim. „Ein Sieg war schon lange überfällig, schön, dass es dann gerade bei einer WM passiert“, war sich das Trainergespann einig.
Markus Eisenbichler ist damit der siebte Skispringer aus einer deutschen Mannschaft, und der erste Bundespolizei-Skiadler, der WM-Einzelgold geholt hat. Für den grandiosen deutschen Doppelerfolg sorgte sein Zimmerkollege Karl Geiger.





(die Bilder wurden von BerkutschiSkijumping zur Verfügung gestellt)

Mit einer überragenden Leistung sicherte sich das deutsche Team dann am Sonntag mit Markus Eisenbichler, Karl Geiger, Richard Freitag und Stephan Leyhe am Bergisel in Innsbruck nach acht Sprüngen mit 987,5 Punkten haushoch überlegen vor Gastgeber Österreich (930,9) und Japan (920,2) den Sieg in der Mannschaftswertung.

Der scheidende Bundestrainer Werner Schuster nach dem Springen: „Auf diesen Titel musste ich so viele Jahre warten."
Der letzte WM Gold in der Mannschaft liegt immerhin 18 Jahre zurück. „Das war eine Flugshow vom ersten Sprung weg. Ich bin sehr dankbar, dass ich dabei war. Dieser Titel bedeutet mir total viel. Das ist das, was wir nie erreicht haben - ein kleines Märchen", so Schuster weiter.
Nach der Saison wird er sein Amt nach elf Jahren niederlegen. Am kommenden Wochenende geht es auf der Normalschanze in Seefeld erneut um Gold. Man darf gespannt sein, ob das "Märchen" weitergeht und es den Deutschen Adlern auch hier gelingen wird, Plätze auf dem Treppchen zu erreichen.


Ein Interview des Bayerischen Rundfunks mit dem frischgebackenen Weltmeister: https://www.br.de/mediathek/video/nordische-ski-wm-2019-eisenbichler-und-geiger-nach-ihrem-ueberraschungscoup-av:5c716e687ac55c0017797c43