Deutschland ist Polizeieuropameister !!!!!!

Am Sonntag, 12.05.2019, war es soweit. Zum ersten Mal in der Geschichte der Europäischen Polizeimeisterschaften im Judo wurden Mannschaftswettkämpfe durchgeführt.


Um 10:00 Uhr startete diese lang ersehnte Premiere, der Mixed Team-Wettbewerb mit zwei Frauen- und drei Männergewichtsklassen, und die deutschen Judoka waren motiviert wie eh und je.

Trainerin Ilka Thelen und DPSK-Fachwart Johannes Daxbacher nominierten für die deutsche Mannschaft:

    - 63kg: Sappho Coban (Bundespolizei) und Nadja Bazynski (Nordrhein-Westfalen)
    +63kg: Maike Ziech und Samira Bouizgarne (beide Bundespolizei)
    - 73kg: Robert Barwig und Julian Kolein (beide Bayern)
    - 90kg: Hannes Conrad (Sachsen) und Hugo Murphy (Bayern)
    +90kg: Erik Abramov (Bundespolizei) und Andre Breitbarth (Niedersachsen)

Bereits im Viertelfinale zeigte Deutschland gegen Rumänien klar, wer in den Kämpfen den Ton angibt. Im ersten Kampf holte Sappho Coban souverän in der Gewichtsklasse bis 63 kg den ersten Punkt für das deutsche Team. Im weiteren Verlauf zeigte Hannes Conrad bei den Männern bis 90 kg, dass er auch eine Gewichtsklasse höher siegen kann. Er bezwang mit Leichtigkeit seinen rumänischen Kontrahenten. Den wichtigen dritten Punkt und den damit verbundenen Einzug ins Halbfinale holte Maike Ziech, da ihre Gegnerin nicht auf die Matte kam und zu diesen Kampf nicht antrat.

Im Halbfinale standen sich Frankreich und Deutschland gegenüber. Die in diesem Turnier nicht zu unterschätzenden starken Franzosen konnten Deutschland allerdings nichts entgegensetzen. Hannes Conrad holte in einem aufregendem "Fight" den ersten Punkt für Deutschland und wies die Richtung zum Finale. Im zweiten Kampf konnte auch Maike Ziech in der Gewichtsklasse über 63kg zeigen was unsere weiblichen Judoka draufhaben und holte den zweiten Punkt für "Germany". Der dritte und entscheidende Kampf um den Einzug ins Finale wurde von Erik Abramov in der Kategorie "Männer über 90 kg" bestritten. Das deutsche Schwergewicht gewann mit einem Armhebel und unsere deutsche Auswahlmannschaft konnte laut "Finaaale, Finaaale" schreien.

Es wurde ein deutsch-russisches Finale und die Anspannung vor diesen Kämpfen stand allen ins Gesicht geschrieben. Die russische Delegation zeigte sich im gesamten Turnier sehr stark und nahm ebenfalls eine Favoritenrolle ein. Im ersten Kampf zeigte unser "Sonnenschein" Samira Bouizgarne in der Schwergewichtsklasse der Frauen innerhalb kürzester Zeit, dass man für einen Sieg gegen sie früher aufstehen muss. Sie legte ihre Kontrahentin gekonnt auf die Matte und schrie ihr Glück regelrecht heraus als es hieß "Germany, one point". Kampf zwei bestritt Erik Abramov. In spannenden Minuten und einem extrem anstrengenden Kampf musste er sich leider geschlagen geben. Russland glich aus und die deutsche Mannschaft hielt die Luft an. Im dritten Kampf betrat Robert Barwig in der Gewichtsklasse bis 73 kg die Matte. Schnell wurde klar, der Punkt geht an Deutschland. Er legte seinen Gegner auf die Matte und in unfassbar lang werdenden bangen Sekunden und einer Anstrengung, die ihm ins Gesicht geschrieben stand hielt er diesen so lange am Boden bis der Kampfrichter den Sieg für Deutschland anzeigte. Den vierten Kampf, der bereits den Sieg bedeuten konnte, übernahm die Goldmedaillenträgerin Nadja Bazynski in der Gewichtsklasse bis 63 kg. Sie kämpfte verbissen und auch sie schaffte es in einer mehrere Sekunden andauernden Haltetechnik am Boden, den Kampf für sich zu entscheiden und damit den endgültigen Sieg für Deutschland zu holen.

Der Jubel, der die atemlosen Sekunden aller Zuschauer ablöste, war ohrenbetäubend. Deutschland hatte es geschafft... Wir sind Polizeieuropameister !!!







Nach der Siegerehrung und der Übergabe der Goldmedaillen des Präsidenten des Europäischen Polizeisportverbandes USPE, Luc Smeyers, an die deutschen Judoka ertönte die deutsche Nationalhymne, nicht zum ersten Mal aber zum letzten Mal bei dieser Meisterschaft und ein jeder unserer Mannschaft zeigte, wo er hingehört. Mit der Hand auf der Brust und mit einem Leuchten in den Augen sangen alle laut die Nationalhymne und ergriffen damit nicht nur die deutschen Zuschauer, sondern die gesamte Halle.





Die Europäischen Polizeimeisterschaften wurden im Anschluss feierlich beendet, die Fahne der USPE wurde von Ungarn an Deutschland übergeben, um im Juni in Suhl bei den Polizeieuropameisterschaften im Schießen erneut feierlich gehisst zu werden.

Für das deutsche Team ging es mit dem Bus zurück ins Hotel wo man sich für die Abendveranstaltung vorbereitete. Die Männer erschienen hier in schicken Anzügen und unsere Frauen in einheitlichen Abendkleidern. Es bleibt zu sagen, dass Deutschland auch hier klar zeigte: "Wir sind ein Team!"





Das DPSK bedankt sich für tolle Wettkämpfe, atemlose Sekunden und wunderschöne Momente bei einer sehr gut organisierten Meisterschaft. Der Dank gilt den Organisatoren dieser Wettkämpfe, dem Hotel "Rába City Center" in Györ sowie unseren treuen Busfahrern von der Bayerischen Bereitschaftspolizei Königsbrunn, die uns gesund nach Ungarn und wieder zurück nach Hause brachten.

Das DPSK bedankt sich beim DPSK-Fachwart Johannes Daxbacher für sein weit über das Normale hinausreichende Engagement in der Vorbereitung und während der Teilnahme an diesen Meisterschaften. Für seine außerordentlichen Leistungen rund um den Judo-Sport im Allgemeinen und im Speziellen in der Polizei wurde Herrn Daxbacher zur Abschlussveranstaltung in Györ durch die USPE die „Medal of honor“ überreicht.



v.l.: PD Andreas Röhner (GSekr. der USPE), PHK Johannes Daxbacher, Luc Smeyers (Präsident der USPE)



Der Dank gilt auch unserem Phyiotherapeuten "Karsten Zscherpe", der oft auch spät abends noch zur Stelle war.

Der Dank gilt ebenfalls Herrn "Felix Baron von Solemacher“, Ehren-Fotograf des Judoweltverbandes IJF, welcher diese Momente in tollen Bildern für die Ewigkeit festhielt.

Der verantwortliche Fachwart des DPSK, Johannes Daxbacher freute sich über die herausragenden Ergebnisse. Besonders der Gewinn der allerersten Mixed Team-Meisterschaft, die Idee dazu wurde in Deutschland geboren, war wohl das Top-Highlight:

"Eine tolle Leistung unserer Judoka, ob sie nun aus dem Spitzensportbereich oder aus dem Leistungsbereich stammen. Sie haben sich in den Einzelwettbewerben wie im Teamwettkampf in sehr guter Verfassung gezeigt, sich auf und neben der Matte hervorragend präsentiert. Das war eine besonders gute Werbung für den deutschen Polizeisport und das Polizeijudo - ich bin sehr stolz auf die gesamte Mannschaft!

Ich bedanke mich besonders bei unseren DPSK-Trainern Ilka Thelen und Holk Silbersack für die tolle Vorbereitung, Begleitung und Betreuung. Ein herzliches Dankeschön geht an den Deutschen Judo-Bund und die verantwortlichen Bundestrainer für die erfolgreiche Kooperation bei der gemeinsamen Vorbereitung. Danke auch an unseren IJF-Kampfrichter Klaus Pfaffl, der sich, wie immer, hoch engagiert und fachlich einwandfrei eingebracht hat.

Vielen Dank an das DPSK in Fulda für die stets freundliche wie höchst konstruktive Unterstützung. Herzlichen Dank an Diana Liemen von der DPSK-Gechäftsstelle, die von Anfang bis Ende für das "deutsche Polizei-Judo" gebrannt und uns mit sehr viel Herzblut bestens unterstützt hat. Mein Dank geht auch an den Delegierten des DPSK, Herrn Leitenden Polizeidirektor Michael Steines aus Bremen, der unsere Mannschaft gut zu motivieren wusste, alle Kämpfe persönlich gesehen hat und immer für ein gutes Wort zu haben war."

Die Ergebnisse und der Medaillenspiegel sind auf der Homepage der USPE veröffentlicht:

Ergebnisse
Team-Ergebnisse
Medaillenspiegel


Bildergalerie:




Text:
PHK Johannes Daxbacher, Fachwart Selbstverteidigung im DPSK,
POK'in Diana Liemen, Mitarbeiterin DPSK-Geschäftsstelle

Fotos:
Felix Baron von Solemacher