Vom 23.-25. Mai 2019 fand der erste USPE-Cup Obstacle Course Racing (OCR) in Amsterdam statt. Knapp 70 Sportler aus 9 Nationen, darunter 11 Deutsche, waren gemeldet. Die restlichen Teams: Niederlande, Belgien, Tschechien, Ungarn, Österreich, Schweiz, Dänemark und Estland.








Die Unterbringung erfolgte in einer Liegenschaft der Marine im Zentrum Amsterdams, Ort des Wettkampfgeschehens war das Trainings- und Sportgelände des APGS (Amsterdamse Politie Gymnastiek- & Sportvereniging). Per Reisebus wurde der Transfer zwischen den beiden Örtlichkeiten sichergestellt. Nach Anreise, Streckenbesichtigung und Akkreditierung folgten am Donnerstagabend der Einmarsch der Teams, Grußworte des gastgebenden NPSB (Nederlandse Politie Sportbond) und die feierliche Eröffnung des USPE-Cups durch Ian CAMPBELL. Den Begrüßungsworten war ein gewisser Stolz über die erstmalige Ausrichtung, sowie die Hoffnung auf weitere zukünftige Cups zu entnehmen. Der Cup wurde in den sechsten „APGS Obstacle Cross“ eingebettet. Um 10 Uhr starteten bei bestem Wetter 48 Herren, 5 Minuten später 21 Damen. Ab 12:00 Uhr wurden dann in verschiedenen Startwellen rund 500 Polizisten aus den gesamten Niederlanden auf den zweimal zu durchlaufenden, 5 km langen und mit etwa 30 Hindernissen gespickten Parcours geschickt.




Zum Wettkampfmodus: Alle Starter erhielten ein Armband, welches beim Nichtbewältigen eines Hindernisses vom Kampfgericht zerschnitten wurde, was einer Zeitstrafe von 1 Stunde gleichkam. Neben den Einzelwertungen erfolgten geschlechterspezifische Mannschaftswertungen durch Zeitaddition der ersten drei Herren bzw. der ersten beiden Frauen einer Nation. Die Endzeiten wurden mittels Transpondermessung am Schuh ermittelt. Am Start wurde direkt aufs Tempo gedrückt, da jeder einem Engpass am ersten Hindernis aus dem Weg gehen wollte. Die Starter hatten u.a. an Seilen und Balken horizontal sowie vertikal zu klettern, durch enge Röhren und unter Netzen zu kriechen, mit Hilfe von Seilstegen und Balken über einen Bach zu balancieren, durch einen Wassertank zu waten, Gewichte zu tragen, an Leitern zu hangeln, über rund 2 Meter hohe Wände zu klettern sowie Heuballen, Container und Reifenberge zu überwinden. Wer bereits das Ziel erreicht hatte feuerte die sich noch auf der Strecke befindlichen Läufer spätestens am fordernden Zielhindernis an, um nochmals deren letzte Kräfte zu mobilisieren. Am Donnerstagabend fanden dann eine feierliche Siegerehrung und die Abschlusszeremonie statt. Der USPE-Delegierte Ian Redican berichtete von blutigen Beinen und Händen und von Tränen vor Erschöpfung und des Stolzes, die er im Zielbereich gesehen habe. Ein Blick in die Ergebnisliste zeigt, dass absolute Top-Leute starteten. Die beiden Erstplatzierten Herren waren bei der OCR-Weltmeisterschaft 2018 unter den Top 10 zu finden. Dominierende Nation waren die Gastgeber, welche schon seit fast 30 Jahren im „Survivalrun“, ein dem OCR sehr ähnlicher Sport, aktiv sind. Die deutschen Herren konnten den Wettkampf mit den Einzelplatzierungen 9, 12 und 39 als siebtes von 9 Teams beenden. Unsere Frauen landeten mit den Einzelplatzierungen 11 und 12 auf dem vierten Platz im Teamranking (5 platzierte Mannschaften). Unter den Teilnehmern befanden Angehörige aller Polizeisparten bis hin zur international renommierten Spezialeinheit.

Alle Teilnehmer, Delegierte und Betreuer waren sich einig, dass OCR nicht nur ein trivialer „Matschlauf“ ist. Vielmehr fordert diese noch recht junge Sportart dem Athleten in einer Kombination aus Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer, Koordination und Willensstärke nahezu alles ab. Neben Schießen, Selbstverteidigung und Laufen, dürfte es sich um eine der polizeitypischsten Sportarten überhaupt handeln. Im zivilen Bereich boomt OCR derzeit, was steigende Teilnehmerzahlen und ein mittlerweile recht dichter Wettkampfkalender, international sowie national, belegen. Entsprechende Veranstaltungen zeichnen sich durch Teambuilding, Hilfestellung auch unter völlig fremden Mitstreitern und gegenseitige Rücksichtnahme aus. Auch in Deutschland wurde kürzlich ein Verband gegründet, der sich ab sofort den Belangen der OCR-Sportler annimmt. Das Abendprogramm wurde durch eine Grachtenfahrt durchs illuminierte Amsterdam abgerundet.
Nach einem abschließenden gemeinsamen Frühstück reisten auch die deutschen Teilnehmer ab. Alle waren sich darüber einig, dass man an einer tollen Veranstaltung teilgenommen hatte. Die Meisten waren und auch ein wenig stolz auf die gezeigte Leistung, denn alleine des Mannschaftsergebnisses wegen, kämpfte sich der ein oder andere mit intaktem Armband ins Ziel.






Bericht Thomas Wittwer