Das deutsche Team hat am Wochenende mit einer starken Aufholjagd bei der Team-EM im polnischen Bydgoszcz den zweiten Platz erobert. Von allen Seiten wurde der starke Kampfgeist des insgesamt 50-köpfigen deutschen Teams gelobt. Die Bundespolizei war durch Dreispringerin Kristin Gierisch, Hürdensprinterin Cindy Roleder und Diskuswerfer Martin Wierig vertreten.

Chef-Bundestrainer Alexander Stolpe hatte bereits zu Beginn der Team-EM gesagt, dass am Ende jeder Punkt zählen wird und er sollte Recht behalten, denn am Ende triumphierte Polen mit 345 Punkten vor Deutschland (317,50 Pkt) und Frankreich (316,50 Pkt). “Eigentlich möchte ich niemanden herausheben, denn es war eine tolle Teamleistung”, sagte Stolpe. “Wir haben mit einem Punkt Vorsprung noch Platz zwei geschafft. Kompliment an die gesamte Mannschaft.”



Lob gab es auch vom DLV-Generaldirektor Sport, Idriss Gonschinska: “Mit der DM in Berlin und der Team-EM haben wir zwei fantastische Leichtathletik-Wochenenden erlebt. So ein Team-Wettbewerb ist wichtig auf dem Weg zu den anstehenden internationalen Höhepunkten. Wir gratulieren Polen zum Sieg, aber in zwei Jahren wollen wir den Cup zurückholen", sagte Gonschinska.

Cindy Roleder


Nach den ersten beiden Tagen lag die DLV-Mannschaft noch auf dem fünften Rang. Doch am Sonntag, dem letzten Wettkampftag, gelang dem jungen Team noch der Sprung aufs Podest. Dazu trug auch Hürdensprinterin Cindy Roleder bei. In einem spannenden Finish rannte die Polizeiobermeisterin über die 100 Meter Hürden auf Rang zwei. Mit 12,87 Sekunden (-1,2 m/s) konnte die EM-Dritte noch den Zweikampf mit der Polin Karolina Koleczek (12,88 s) gewinnen. Dafür gab es elf Punkte für das Team und die erste ersehnte Zeit in dieser Saison unter 12,90 Sekunden. Den Sieg holte sich zeitgleich vor der Deutschen Meisterin knapp die Italienerin Luminosa Bogliolo (12,87 s).

"Bis zur siebten Hürde lag ich glaube ich etwas vorne, dann habe ich mit meinem Nachziehbein einen kleinen Fehler gemacht, aber ich bin Saisonbestleistung gelaufen, das ist vollkommen in Ordnung. Es geht voran, die Zeiten kommen langsam. Mein Coach und ich sind auf dem richtigen Weg. Bis Doha ist es noch weit", sagte Cindy Roleder. "Wir haben gestern ein paar Punkte liegen lassen, aber wir sind ein starkes Team und pushen uns gegenseitig und hoffen noch auf einen Podiumsplatz."

Damit war u.a. die Chemnitzer Vize-Europameisterin Kristin Gierisch gemeint, die am Vortag ihren Dreisprung-Wettkampf nach 13,91 Meter im ersten Durchgang in der zweiten Runde verletzungsbedingt abbrechen musste und am Ende mit dieser Weite Rang sechs belegte. Siegerin wurde Europameisterin Paraskeví Papahrístou (Griechenland) mit 14,48 Metern bei gutem Rückenwind (+1,8 m/sec).

Kristin Gierisch


Die ganz großen Weiten waren im Diskuswurf der Männer nicht drin. Vor dem letzten Durchgang lag ein Trio mit 61 Meter-Würfen in Front, an Position drei, der Deutsche Meister Martin Wierig. Mit Unterstützung des deutschen Teams steigerte sich der WM-Teilnehmer für Doha im vierten Durchgang auf 61,84 Meter und übernahm kurzzeitig die Führung. Doch der erfahrene Piotr Malachowski (Polen) konterte bei Heimvorteil mit 63,02 Metern. Das bescherte ihm den Sieg vor dem DLV-Werfer und dem schwedischen 70 Meter-Werfer Daniel Stahl (61,38 m).

Martin Wierig


"Das war ein schlechter Wettkampf, der viele Punkte gebracht hat. Es haben sich heute alle schwer getan. Ich habe versucht, das Beste daraus zu machen", kommentierte Martin Wierig. "Zur Vorbereitung auf Doha werde ich noch zehn Tage nach Kienbaum gehen und drei Wettkämpfe bestreiten, darunter das ISTAF in Berlin."



Text und Fotos:
Bundespolizeisportschule Kienbaum