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Polizeisportlerehrung 2022 in Würzburg

Zum zweiten Mal in Folge wird Lea Sophie Friedrich von der Bundespolizei zur Polizeisportlerin des Jahres gekürt. Die 21-jährige Radrennfahrerin wurde 2021 dreifache Weltmeisterin im französischen Roubaix. Dabei verteidigt sie ihren Titel über das 500 Meter Zeitfahren im Finale gegen Anastassija Woinowa. Mit 33,057 Sekunden ist Lea Sophie Friedrich 0,106 Sekunden schneller als ihre Konkurrentin aus Russland. Außerdem setzte sich Friedrich auch im Teamsprint mit Emma Hinze und Pauline Grabosch gegen die anderen Sportlerinnen durch. Zusammen holten sie Gold.

Im Keirin ging Lea Sophie Friedrich dann am letzten Wettkampftag nochmal an den Start. Sie fuhr die Rennen von vorne weg und lies der Konkurrenz keine Chance, ihr diese weitere Goldmedaille noch zu nehmen.
Auch eine Silbermedaille reihte sich zum dreifachen Gold. Im Sprint musste sich die Bundespolizistin nur Teamkollegin Emma Hinze geschlagen geben.
Damit ist Lea Sophie Friedrich die erfolgreichste Teilnehmerin der vergangenen Weltmeisterschaften. 

Aber das ist noch nicht alles, was die Ausnahmesportlerin in 2021 geleistet hat. Im August ging es für sie mit Teamkollegin Emma Hinze zu den Olympischen Spielen nach Tokio. Dort erkämpften sie sich die Silbermedaille im Teamsprint. Im Finale mussten sie gegen die gerade frischgebackenen Weltrekordhalterinnen aus China ran. Gerade mal ein Wimpernschlag von 85 Tausendstelsekunde waren die Chinesinnen schneller im Izu Velodrome unterwegs. Damals sagte Friedrich in der ARD: „Am Anfang waren wir natürlich enttäuscht, das Gold war so so knapp zum Greifen nah. Jetzt sind wir stolz, eine Medaille tragen zu können. Wir sind mega happy.“

Bei der Europameisterschaft, kurz vor der Weltmeisterschaft, erkämpfte sich die 21-Jährige ebenfalls einen Titel. In Grenchen in der Schweiz fuhr die Bundespolizistin im Keirin zum EM-Titel. Im Teamsprint und im Sprint holte Lea Sophie Friedrich außerdem auch noch Silber.

 

Durch das Programm

Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Vorsitzenden des DPSK, Roland Küpper. In seiner Rede ging er unter anderem auf die momentan schwierigen Zeiten für unsere Sportlerinnen und Sportler aufgrund der Corona-Pandemie ein und die Folgen des Krieges in der Ukraine für alle betroffenen Menschen. Er erklärte kurz, dass es deshalb auch zur Absage der EPM Schwimmen kommen musste, die schon im vergangenen Jahr in Moskau stattfinden sollte. Durch Corona war sie mehrfach verschoben und wegen des Krieges dann als erste Maßnahme gegen Russland abgesagt worden. Mehr dazu gibt es auch in der aktuellen Depesche zu lesen.
Außerdem betonte Roland Küpper die Wichtigkeit des Wettkampfsports als eine der Säulen des DPSK, der für die Leistungsorientierung der Polizei stünde und Vorbild- sowie Motivationsfunktion darstellt. Mit der Preisverleihung wolle sich die Polizei für den Einsatz aller bedanken.

Begrüßt wurden die Anwesenden auch von der 3. Bürgermeisterin der Stadt Würzburg, Judith Jörg. Diese nutzte ihre Rede auch, um den Gästen aus ganz Deutschland ihre Stadt Würzburg mit allen Besonderheiten näherzubringen. Außerdem sprach sie über die hohen Anforderungen an die Polizei und die daher benötigte Leistungsfähigkeit im Zusammenhang mit Sport. Sie bezeichnete alle zu Ehrenden als motivierende Vorbilder für andere. 

Als besonderer Gast nahm auch der bayrische Innenminister Joachim Herrmann an der Veranstaltung teil. In seiner emotionalen Rede betonte er, wie stolz er auf die Sportlerinnen und Sportler der Polizeifamilie sei und dass er größten Respekt für die Sportlerinnen und Sportler ohne Förderung habe. Es sei auch wichtig, diese Leistungsfähigkeit nach außen zu tragen. Die Erfolge der Polizei seien nur mit einem außerordentlichen Maß an Training und Engagement möglich und ein Beweis für Disziplin und Einsatz der Sportlerinnen und Sportler. Wichtig sei außerdem auch die finanzielle Absicherung durch die Polizei: nur wer sich keine Sorgen darum machen müsse, die nächste Miete bezahlen zu können, sei auch in der Lage dazu, Höchstleistungen zu erbringen. Damit betonte er die Wichtigkeit der Sportförderungen und der Polizeisportlerehrung.

Zusammen übernahmen Roland Küpper und Joachim Herrmann anschließend auch die Ehrung der Sportlerinnen und Sportler.

 

 

Der Veranstaltungsort

Die Feierlichkeiten fanden im bayerischen Würzburg statt. Das Bayerische Polizeisportkuratorium (BPSK) hatte die Veranstaltung dort im Weingut Juliusspital ausgerichtet. Passend zur Location durften die ausgezeichneten Sportlerinnen und Sportler und Gäste zum Abschluss des Abends im über 200 Meter langen Weinkeller noch an einer Führung und Weinprobe teilnehmen.

 

Frauen mit Förderung:

Platz 1 – Lea Sophie Friedrich (Bahnradsport Kurzzeit)
2021 verteidigte Bundespolizistin Lea Sophie Friedrich den Titel der Weltmeisterin im französischen Roubaix. Sie gewann die Rennen über 500 Meter Zeitfahren, im Teamsprint mit Emma Hinze und Pauline Grabosch sowie im Keirin.

 

Platz 2 – Kristin Pudenz (Leichtathletik/Diskuswerfen)
Es regnete in Strömen bei den Olympischen Spielen in Tokio. Viele Athletinnen konnten den Diskus nicht mehr halten oder stürzten sogar im nassen Wurfkreis. Daraufhin wurde der Wettkampf erst einmal unterbrochen. Eine schwierige Situation für die Psyche der Sportlerinnen. Nicht aber für Kristin Pudenz von der Polizei Brandenburg. Die 29-Jährige kam aus der Unterbrechungspause und schleuderte den Diskus nochmal über einen Meter weiter auf 66,78 Meter. Damit sicherte sie sich die Silbermedaille.
Darüber hinaus wurde Kristin Pudenz 2021 auch noch deutsche Meisterin im Diskuswerfen.

 

Platz 3 – Tina Hermann (Skeleton)
Bei den Weltmeisterschaften in Altenberg holte sich Bundespolizistin Tina Hermann den Titel der Doppelweltmeisterin. Im Rennen der Frauen und zusammen mit Christopher Grotheer (Polizei Thüringen) im Mixed Team war sie die schnellste Frau im Eiskanal. Außerdem holte sie in der Saison zwei Weltcupsiege und dreimal den zweiten Platz.

 

 

Frauen ohne Förderung:

Platz 1 – Eva Hohoff (Rudern)
Seit Juli 2021 ist Eva Hohoff von der Polizei Rheinland-Pfalz U23 Weltmeisterin im Leichtgewichts-Frauen-Doppelvierer. Den Titel erkämpfte sie sich in Racice in Tschechien. Auch in Essen war der Doppelvierer erfolgreich. Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften U23 holten sie sich ebenfalls den ersten Platz.

 

Platz 2 – Domenika Mayer (Leichtathletik/Langstreckenlauf)
Die amtierende Polizeieuropameisterin im Crosslauf – Domenika Mayer. Bei der EPM in Aarhus holte sich die bayrische Polizistin den Sieg über die 9,6 km mit einer Zeit von 34:03. Außerdem trug sie damit auch zum Erfolg der deutschen Frauen-Mannschaft bei, die in Aarhus Vize-Polizeieuropameisterinnen wurden. Zudem hatte sich Domenika Mayer 2021 noch zweimal den dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft gesichert. Im Crosslauf und über die 10.000 Meter schaffte sie es auf das Podest.

 

Platz 3 – Martina Schumacher (Leichtathletik)
Trotz weniger Wettkämpfe wegen der Corona Pandemie hat Martina Schumacher immer ein Ziel vor Augen gehabt - die Berglauf-WM im österreichischen Fulpmes. Mit 45 Jahren zählt die Polizistin aus dem Saarland zu den Seniorensportlerinnen. Zusammen mit der Frauenmannschaft W45 holte Martina Schumacher den ersten Platz. Vorher hatte sie sich verstärkt auf Bahnläufe konzentriert.

 

Männer mit Förderung

Platz 1 – Jonathan Hilbert (Leichtathletik/Gehen)
Es war ein emotionaler Moment bei den Olympischen Spielen 2021. Jonathan Hilbert von der Polizei Thüringen holt sich nach 29 Jahren eine Medaille im Gehen über die 50km-Distanz. Mit einer Zeit von 3:50:44 Stunden ist er der zweitschnellste Mann im Feld. Nach seinem Sieg gibt er unter Freudentränen ein Fernsehinterview und bedankt sich für die große Unterstützung seiner Familie und Freundin.
In Deutschland holt sich Jonathan Hilbert 2021 zudem den Titel des Deutschen Meisters über die 50km.

Platz 2 – Eduard Trippel (Judo)
Silber und Bronze hängen bei seiner Rückkehr nach Deutschland um seinen Hals. Der hessische Polizist Eduard Trippel hatte diese zuvor auf der Judomatte bei den Olympischen Spielen gewonnen. Zunächst kämpfte er sich bis ins Finale der Klasse bis 90 Kilogramm vor. Dort musste er sich dann allerdings dem Georgier Lasha Bekauri geschlagen geben. Medaille Nummer zwei, Bronze, gewann er zusammen mit dem Mixed Team. Ein neuer Wettbewerb, welcher zum ersten Mal bei den Olympischen Spielen stattfand.
Bei der Veranstaltung konnte er leider nicht selbst vor Ort sein.

 

Platz 3 – Max Rendschmidt (Kanu-Rennsport)
Der Kajak-Vierer über 500 Meter mit Bundespolizist Max Rendschmidt wird 2021 in Tokio Olympiasieger. Ein paar Zentimeter machen im Finale den Unterschied gegen die starken Spanier. Diese hatten im Rennen zwischenzeitlich schon eine halbe Bootslänge Vorsprung herausgefahren. Doch das Deutsche Team kämpfte sich wieder heran und erreichte am Ende das entscheidende kleine Stück eher das Ziel.
Zudem wurde Max Rendschmidt 2021 auch noch Europameister und dreifacher deutscher Meister.

 

 

Männer ohne Förderung

Platz 1 – Andreas Pöhls (Kraftsport und Boxen)
1,64 Meter groß und voller Power. Andreas Pöhls von der Bundespolizei ist Weltmeister im Bankdrücken ohne Equipment. In der Klasse AK2 bis 74kg drückte er ein Gewicht von 175kg.
Er ist außerdem auch noch Deutscher Meister und Vizeweltmeister im Bankdrücken mit Equipment. Das bedeutet, dass die Sportler ein Oberteil aus einem besonders dicken Stoff tragen dürfen, das beim Bankdrücken unterstützt.

 

Platz 2 – Daniel Schmidt (Trampolinturnen)
Als Trampolinturner fliegt Daniel Schmidt von der Polizei Hamburg durch die Luft. Dabei macht er Salti und Schrauben und anschließend noch die perfekte Landung. Eine Sportart, die viel Konzentration und Präzision verlangt. 2021 wird er Dritter bei den Europameisterschaften im Doppel-Mini-Tramp und qualifiziert sich für die World Games in diesem Jahr. Zudem stellt er mit seiner Leistung in Schwierigkeitsgrad und erkämpfter Gesamtpunktzahl einen neuen Rekord auf.
Neben dem Spitzensport ist Daniel Schmidt auch regelmäßig im Fernsehen zu sehen. Er zeigt sein Können auf den Hindernisparcours von Ninja Warrior Germany bei RTL. Mehr zu Daniel Schmidt gibt es in unserer Depesche.

 

Platz 3 – Eric Ceglowski (Schießen)
Volle Konzentration, denn ohne diese geht im Schießen gar nichts. Davon berichtet Eric Ceglowski von der Polizei Rheinland-Pfalz. Er gewann 2021 gleich mehrere Titel bei den Deutschen Meisterschaften. In den Disziplinen Standardpistole, 25 Meter Pistole 9mm Luger und mit der Mannschaft in der Zentralfeuerpistole holte er Gold.
Zusätzlich schoss er im 25m Revolver .357 Magnum Platz 2 und im 25m Revolver .44 Magnum noch den dritten Platz.

 

 

Mannschaft des Jahres:
Charline Schwarz, Michelle Kroppen und Lisa Unruh (Bogenschießen)

Ausgezeichnet wurde das Team für die Leistung bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio. Dort gewannen die drei Bundespolizistinnen die Bronzemedaille in einem packenden Wettkampf gegen Belarus.
Im dritten Satz brauchte das deutsche Team eine 10 von Lisa Unruh, um den Durchgang zumindest auszugleichen (55:55 Ringe). Die Polizeihauptmeisterin behielt tatsächlich die Nerven und sicherte dem deutschen Trio mit einem 5:1 so die Bronzemedaille. Nach dem Schuss ins Glück fiel Unruh ihren Teamkolleginnen in die Arme. Es war die erste Olympia-Medaille im Bogenschießen im Team nach 21 Jahren.
Lisa Unruh hat die Auszeichnung für alle zusammen entgegen genommen, da Michelle Kroppen und Charline Schwarz leider verhindert waren. 

 

Sonderehrung: Uwe Manz (Kampfrichter Ringen)
Seit über 40 Jahren steht Uwe Manz von der Polizei NRW inzwischen als Kampfrichter beim Ringen auf der Matte. Dabei ist er schon um die ganze Welt gekommen. Bereits mehrfach hat er in dieser Funktion an Olympischen Spielen teilgenommen. 2021 war er in Tokio mit dabei. Außerdem auch bei der U23 WM und der Seniors EM. Für seine langjährigen Leistungen erhielt er eine Sonderehrung des DPSK.

 

Wir gratulieren an dieser Stelle nochmals allen geehrten Sportlerinnen und Sportlern und bedanken uns für die Planung der Veranstaltung beim BPSK.