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Schießen: EM Gold im Bogenschießen für die Bundespolizei und erster Weltcup für Sportschützin Svenja Berge aus Hessen

Die deutschen Bogenschützen haben mit fünf Medaillen bei der Heim-Europameisterschaft in München die erfolgreichste Bilanz in der 27-jährigen EM-Geschichte verbucht.

"Das Soll waren zwei Medaillenmatches, jetzt haben wir fünf Medaillen gewonnen. Das hat Spaß gemacht", bilanzierte Bundestrainer Oliver Haidn in München. Gold holte das Team mit den beiden Bundespolizistinnen Michelle Kroppen und Charline Schwarz (sowie Katharina Bauer). Gegen die Türkei musste sogar ein Stechen her. Mit 26:23 ging es für Deutschland aus. "Shootoff ist immer etwas Besonderes, weil es nur drei Pfeile sind, die entscheiden. Wir haben uns immer abgesprochen, das hat geholfen und gereicht", sagte Bauer über das zweite Gold nach 1998. Silber im Mixed-Team holten Michelle Kroppen und Florian Unruh mit dem olympischen Recurvebogen. Im Einzel holte Polizeimeisterin Kroppen Silber und Bauer Bronze. Kroppen zog im Finale gegen die Türkin Gulnaz Coskun den Kürzeren. "Ich ärgere mich, dass ich in der dritten Passe meinen Fokus verloren habe und sehr zögerlich war. Das hatte ich in der gesamten Woche nicht", sagte Kroppen.

Foto: stellvertretender Leiter der Bundespolizeisportschule Kienbaum mit erfolgreichem Bogen-Team (links: Charline Schwarz, rechts: Michelle Kroppen)

 

 Das Damenteam v.l.n.r. Sandra Reitz, Svenja Berge (Polizei Hessen) und Doreen Vennekamp. ©germanshootingnews

An Christi Himmelfahrt flog PK’in Svenja Berge zunächst über den Wolken um am Ziel 28 Meter unter dem Meeresspiegel zu landen. Ihr Zielflughafen war die aserbaidschanische Hauptstadt Baku am Kaspischen Meer. Gemeinsam mit der deutschen Nationalmannschaft nahm Svenja Berge von der Sportfördergruppe an ihrem ersten Weltcup mit der Luft- und der Sportpistole teil.

In Baku angekommen fanden die Sportlerinnen und Sportler zum Glück all ihre Gepäckstücke und Waffenkoffer vor. Die Trainer und Betreuer mussten auf ein paar Koffer verzichten…

Danach folgte jedoch eine Geduldsprobe, da über 6 Stunden vergingen bis sie den Flughafen Richtung Hotel verlassen durften. Die Einreise in andere Länder mit Waffen ist nicht immer einfach. Aber Karten- und Gesellschaftsspiele hielten die Stimmung hoch. Gegen 05:00 Uhr morgens kam die Mannschaft im Hotel an. Nach vier Stunden Schlaf hieß es ab zum Frühstück und los zum Schießstand um die erste Trainingseinheit zu absolvieren.

Nach zwei Trainingstagen auf einem sehr modernen Schießstand stand am Sonntag (29.05.) der erste Wettkampf an. Hier war viel Aufregung und Nervosität im Spiel, aber die große Vorfreude überwiegte. Der Wettkampf mit der Luftpistole verlief sehr gut für Svenja. Es gab zwar zwei etwas schwächere Serien, aber dafür waren die Restlichen sehr hoch geschossen! Sie beendete ihren Wettkampf als beste deutsche Starterin mit 571 Ringen auf Platz 15.

Auch der zweite Tag war sehr zufriedenstellend. Im Mixed-Wettbewerb (Luftpistole) konnte sie eine sehr gute Leistung zeigen und sie belegte zusammen mit ihrem Partner den 10. Rang.

©germanshootingnews

Einer der schönsten Tage in Svenjas Karriere folgte am dritten Wettkampftag (Di. 31.05.). An diesem Tag stand das Team Event der Frauen mit der Luftpistole an. Zusammen mit ihren beiden Teamkolleginnen konnten sie sich sowohl in der ersten als auch in der zweiten Qualifikationsrunde durchsetzen und standen am Ende im „Bronze-Medalmatch“, also im Finale eines Weltcups. Die Nerven hielten stand, gemeinsam waren sie stark. So setzte sich das deutsche Team gegen das Team aus Georgien durch und gewann die Bronzemedaille! Svenja konnte ihr Glück nicht fassen! Da konnte sie doch echt bei ihrem ersten Weltcup gleich mit einer Medaille im Gepäck nach Hause fahren. Das Gefühl auf dem Treppchen war einfach nur unglaublich und wurde bei der Siegerehrung mit einem künstlichen Goldregen passend untermalt.

Der anschließende Wettkampf mit der Sportpistole war nach den aufregenden Tagen zuvor, mental äußerst schwierig. Mit dem Ergebnis konnte sie dennoch zufrieden sein.

Nach dem Wettkampf war ein Teamabend genau das richtige. Die Sportschützinnen und Sportschützen aßen gemeinsam bevor sie gegen 24 Uhr zum Flughafen gefahren wurden. Auf die Waffenpapiere mussten sie dieses Mal nur eine gute Stunde warten. Der Flug ging morgens um 04:30 Uhr und war über die gesamten 5 Stunden mit Turbulenzen verbunden. Aber das passte ja sehr gut zu den vergangenen Tagen.