DPM Handball Frauen 2022

Begrüßung

Die Veranstaltung wurde durch das PP Mittelhessen in der Sporthalle von Wetzlar-Niedergirmes durchgeführt. Am Montagnachmittag begrüßten der Landrat, Wolfgang Schuster, der OB von Wetzlar, Manfred Wagner, der Polizeipräsident, Bernd Paul, sowie der Hessische Polizeisportausschussvorsitzende, LPD Peter Schmidt, die Spielerinnen und Offiziellen in der Wettkampfstätte. Durch das Programm führte der bereits pensionierte Kollege Fred Langenfeld, der selbst schon eine Meisterschaft in Hessen organisiert hatte.

Professionell begleitet wurden die Akteure dabei durch den Hallensprecher und DJ Christoph Pinne vom PP Nordhessen. Er sorgte mit seinen Musik-Einspielungen für die entsprechende Stimmung bei den häufig zahlreichen Zuschauern.

Für die das Regelwerk betreffenden Fragen waren wieder Kolleginnen und Kollegen aus Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, dem Bund und Schleswig-Holstein als Schiedsrichterin, Schiedsrichter und Kampfgericht im Einsatz. Sie kommen allesamt in den 3 Bundesligen zum Einsatz und sorgten für einen fairen Verlauf der Spiele.

Wie bereits bei den Männern im letzten Jahr hatten sich nun auch bei den Frauen erstmals acht Mannschaften (Gruppe A: Hessen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Bremen, Gruppe B: Baden-Württemberg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen) für die Endrunde qualifiziert. Alle waren angetreten, um eine gute Platzierung zu erreichen.

Gruppenphase

In der Gruppe A ließ Hessen keinen Zweifel daran, wer diese Gruppe als Erster abschließen wird. Der Titelverteidiger spielte souverän auf und gewann seine drei Spiele sehr sicher und deutlich.

Schleswig-Holstein hatte seine Vorrundengruppe sicher gewonnen und sich für die Endrunde qualifiziert. Dabei konnten sie hier an die guten Leistungen der Vorrunde anknüpfen und sich als Gruppenzweiter hinter Hessen für die Halbfinalspiele empfehlen.

Niedersachsen und Baden-Württemberg waren eigentlich die Favoriten auf die vorderen Plätze der Gruppe B. Aber schon etwas überraschend verlor Niedersachsen das Auftaktspiel gegen Mecklenburg-Vorpommern mit 11:16. In diesem Spiel spielte M-V aus einer sehr sicheren und vor allem konsequenten Deckung, gegen die NI kaum Mittel fand. Die wenig erzielten Tore machten das schon sehr deutlich. Damit gab es am ersten Spieltag schon eine erste Überraschung.

Da M-V auch gegen Berlin gewinnen konnte (14:11), stand es als Gruppenzweiter schon überraschend im Halbfinale der Meisterschaft.

Wenn auch nicht ganz so klar und souverän wie Hessen, gewann Baden-Württemberg auch seine Spiele der Gruppenphase und wurde Erster der Gruppe B. Damit war das zum Favoritenkreis gehörende Team aus NI aus dem Spiel um die vorderen Plätze ausgeschieden.

So lauteten die Halbfinalspiele

Schleswig-Holstein – Baden-Württemberg

Hessen – Mecklenburg-Vorpommern

Halbfinale

Im ersten Halbfinale trafen erfahrene Spielerinnen aus B-W auf eines der Überraschungsteams aus S-H. B-W war in diesem Spiel sicher leicht favorisiert.

Nach dem Auftakt zum 2:1 für S-H passierte nicht viel. In der 6. Minute aber verletzte sich Nr. 15 BW, Annika Blanke, bei der Wurfausführung eines 7m am Fuß und schied aus. Dies war eine deutliche Schwächung des Teams B-W. In der Folge standen beide Teams sicher in der Deckung unterstützt von sehr guten Torhüterleistungen auf beiden Seiten.

Und auch beim TTO von S-H in der 20.  lagen beide gleichauf mit 6:6. Eine torarme Partie, die durch die Deckungsreihen und Torfrauen bestimmt wurde. Das intensive Spiel ging mit einem 11:9 für S-H in die Pause.

S-H kam dann deutlich besser aus der Kabine und konnte mit einem 7m bei 37:45 das 15:10 und sogar anschließend noch das 16:10 erzielen. B-W fand nun kein Mittel gegen die konsequente Deckung von S-H. Eine doppelte Unterzahl half da auf eigener Seite natürlich auch nicht und S-H erhöhte in der Folge bei 43:00 auf 19:10. B-W gelang einfach nichts mehr. Nach 50:00 stand es 23:17. S-H ließ sich das nicht mehr nehmen und hielt B-W auf Distanz. Zu schwer wog auch die Verletzung von Annika Blanke bei B-W, womit eine Stütze des Teams fehlte. S-H zog letztlich schon deutlich mit dem 29:21 ins Finale ein.

Das zweite Halbfinale bestritten Hessen und Mecklenburg-Vorpommern, dem zweiten Überraschungsteam. Zu Beginn überraschte M-V den Gegner mit einer doppelten Manndeckung und bot mit großer Einsatzbereitschaft heftigen Widerstand gegen den klaren Favoriten. In der 7. Min.  und 3:4 nimmt Annika Hermenau (HE) das erste TTO, um Einfluss auf ihr Team zu nehmen. Das half, nun nahm Hessen Fahrt auf und konnte das Ergebnis auf 9:6 stellen. Danach ging es Schlag auf Schlag. M-V war mit Hessens Deckung überfordert und der Favorit zog nach 17 Minuten auf 14:6 davon. Hessen hatte alles im Griff und ließ nichts mehr anbrennen. Nicht verwunderlich, dass es mit 23:7 in die Pause ging.

Danach spielte Hessen sein Können aus und zog unaufhörlich davon. Sie waren in allen Belangen überlegen und schossen einen Kantersieg mit 37:12 heraus und standen verdient erneut im Finale.

Platz 3

Im kleinen Finale standen sich Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern gegenüber.

B-W begann konzentriert und nutzte seine ersten Chancen. Nach 5 Minuten legte man ein 3:0 vor. Danach kämpfte sich M-V Tor um Tor heran und konnte nach 10 Minuten zum 5:5 ausgleichen. Es entwickelte sich das erwartet enge Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften. So ging es hin und her und dann führte mal M-V, 18., und dann aber wieder der Ausgleich.

Beide Teams erarbeiteten sich Tor um Tor und man ging im Gleichschritt, so 13:12 bei 26:45. Aber mit dem HZ-Pfiff erzielte Tinti mit 7m das 16:13.

Zu Beginn der 2. HZ nutzte B-W eine Schwächephase von M-V und erhöhte auf 19:15, 38:30 und bei  45:00 zum 22:17. M-V haderte zunehmend mit der konsequenten Deckung von B-W. Wenngleich M-V zunächst nochmal auf 3 Tore verkürzen konnte, war B-W einfach cleverer und brachte den Vorsprung über die Zeit, 26:23. Damit wurde B-W 3. und M-V belegte Platz 4.

Finale

Es war Crunchtime. Das Finale startete vor einer gut besetzten Halle. Beide Teams schlossen ihren ersten Angriff erfolgreich ab. Und auch im weiteren wurden die Chancen gut herausgespielt und genutzt. Nach 6 Minuten stand es 5:4. Nach einer ZS kam S-H ins Hintertreffen. HE nutzt die Überzahl zum 9:5 nach gut 10 Minuten. S-H griff nun zu einer härteren Gangart, was bei 13:00 zu einer weiteren ZS führte. Nach dem 11:6 nahm S-H ein TTO, um nötige Veränderungen herbeizuführen.

Das half aber nicht. Vielmehr stabilisierte sich die Deckung Hessens derart, dass S-H keine Mittel mehr fand, diese zu überwinden. Dies führte zu vielen Ballverlusten und einfache Tore für Hessen. Entsprechend war das HZ-Ergebnis von 16:9.

HE spielte so weiter, wie in der ersten HZ aufgehört. Eine bärenstarke Deckung brachte viele Ballgewinne und entsprechend auch Tore. Nach 39 Minuten hatte Hessen auf 22:13 gestellt. Nun verwaltete HE das Spiel, hatte alles im Griff. Schon bei 47:00 war klar, wer dieses Finale gewinnen wird. Am Ende hieß es 31:23 für den alten und neuen Deutschen Polizeimeister im Handball der Frauen.

Herzlichen Glückwunsch nach Hessen zum völlig verdienten Titelgewinn!

Noch in der Halle erfolgte dann die Siegerehrung. Alle Teilnehmerinnen erhielten eine Urkunde, die Plätze 1 bis 3 noch eine Medaille und der Sieger zusätzlich den Pokal.

Abschlussveranstaltung

Auch wenn die ein oder andere Niederlage schmerzte, so wurde am Ende gemeinsam bis tief in die Nacht gefeiert. Im Rahmen der Abschlussveranstaltung wurden die Torschützenkönigin, die beste Torfrau und die wertvollste Spielerin durch Jenny Breede als PSB des Landes Hessen und dem PP Bernd Paul unter dem tosenden Applaus aller geehrt. Dabei gab es die kuriose Situation, dass zwei Spielerinnen exakt die gleiche Anzahl von 33 Toren geworfen hatte. Deshalb gab es mit Katharina Weber vom Team Hessen und Lotta Heinrich vom Team Bremen zwei Torschützenköniginnen. Als wertvollste Spielerin wurde Lisa Friedberger vom Team Hessen und als beste Torhüterin Laura Waldenmaier vom Team Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Letztlich waren leider auch zwei schwerere Verletzungen zu verzeichnen, die aber nicht einer harten Spielweise, sondern einem unglücklichen Geschehensablauf zuzurechnen waren. Von dieser Stelle nochmals eine gute Genesung an die Spielerinnen von Baden-Württemberg und Bremen.

Hessen hat auch diese dritte Ausrichtung einer DPM Handball der Frauen prima organisiert. Die Abläufe, Vorbereitungen, die Unterbringung in den B&B Hotels und insbesondere die Abschlussveranstaltung waren mit viel Herzblut vorbereitet. Dafür herzlichen Dank auch im Namen aller Teilnehmerinnen. Wir freuen uns auf eine vierte Ausrichtung in Hessen, voraussichtlich im PP Südhessen.

Ergebnisse:

Gruppe A

HessenSachsen-Anhalt21:10
 Schleswig-HolsteinBremen27:13
BremenHessen8:28
Sachsen-AnhaltSchleswig-Holstein15:20
HessenSchleswig-Holstein25:13
BremenSachsen-Anhalt16:22

Gruppe B

Baden-WürttembergBerlin26:13
NiedersachsenMecklenburg-Vorpommern11:16
Mecklenburg-VorpommernBaden-Württemberg12:17
BerlinNiedersachsen19:34
Baden-WürttembergNiedersachsen22:17
Mecklenburg-VorpommernBerlin14:11

Halbfinale

Untere Hälfte

BremenNiedersachsen24:33
Sachsen-AnhaltBerlin28:25

Obere Hälfte

Schleswig-HolsteinBaden-Württemberg29:21
HessenMecklenburg-Vorpommern37:12

Platzierungen

Platz 7BremenBerlin36:33
Platz 5NiedersachsenSachsen-Anhalt25:18
Platz 3Baden-WürttembergMecklenburg-Vorpommern26:23
FinaleHessenSchleswig-Holstein31:23